Übersetzte Fachartikel zur Pseudo-Trioden-Verzerrung von Viktor Kempf, AMT-Electronics

FET-Emulation von Triodenverzerrungen

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Виктор Кемпф (Viktor Kempf, AMT-Electronics https://amtelectronics) © 2006

Vorwort

Viele kennen den Autor dieses Artikels als einen konsequenten Anhänger der Nutzung von Feld­effekt­transistoren bei der Gitarren­verstärkung.  Der Autor hat sich hier immer wieder mit unter­schiedlichem Erfolg (vom Gesichts­punkt der Formung des traditionellen Gitarren­tones) für den Einsatz von Feld­effekt­transistoren eingesetzt.  Beim Gitarren­sound geht es bekanntlich zuerst um die Formung des Signal­spektrums mittels Verstärkung und der Begrenzung.  Traditionell wird angenommen, dass nur Röhren­verzerrungen dem Gitarren­signal die spezifische Klangfarbe geben können, die von den Gitarristen und den wahren Liebhabern der Gitarren­musik geschätzt wird.  Nichts­desto­trotz, ungeachtet des wesentlichen Unter­schiedes der Ausgangs­kennlinie von Feld­effekt­transistoren und Vakuum­trioden, ist es gelungen, FETs dazu zu bringen (Signale) wie eine Röhre zu begrenzen, auch wenn dazu einen langer Weg voll der Fehler, Ent­täuschungen und Über­raschungen zurückgelegt werden musste. 

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Die Begrenzung durch die Vakuumtriode

Wir betrachten (am Beispiel der verbreiteten Triode 12AX7), wie das Signal die Vakuum­triode ins Cliping treibt.  Am Eingang liegt ein Sinussignal von 20 V (Spitze-Spitze) an.  Die obere Halb­welle wird am Gitter vom Niveau UК (UК – das Spannungs­potential der Kathode gegen Masse) begrenzt. 

Bei der Über­schreitung der Spannung zwischen dem Gitter und der Kathode fließt ein Strom.  So kann man die Triode eingangs­seitig wie eine Vakuumdiode betrachten, die zwischen dem Gitter und der Kathode angeschlossen ist (siehe Abb. 1). 

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Abb. 1:  Die Begrenzung der positiven Halb­welle am Gitter (UК = 1,8 V). 

Natürlich, das ist seit langem bekannt und nichts Neues für die Mensch­heit.  Beim normalen Einsatz der 12AX7 führt der Kathoden­wider­stand von 1–3 kΩ zu einer Begrenzung der oberen Halb­welle des Eingangs­signals bei etwa 2 V. 

Das Signal auf der Anode ist das in­ver­tierte und um KU (den Spannungs­ver­stärkungs­faktor der Stufe) verstärkte Eingangs­signal der Ver­stärker­stufe (siehe Abb. 2). 

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Abb. 2:  Typische Ver­stärker­stufe mit einer Triode 12AX7

Die Verstärkung der Stufe:

\( \begin{eqnarray} K_{\textrm{U}} & = & S \cdot{} (R_{\textrm{А}}\,||\, r_{\textrm{А}}\,||\, R_{\textrm{H}}) ~~~\textrm{mit} \\ r_{\textrm{А}} & = & \mathit{µ} × S \tag{1}\end{eqnarray} \)

μ – die Spannungs­verstärkung der Triode;
S – die Steilheit;
RА – der Anoden­wider­stand;
rА – der Innen­wider­stand der Anode;
RH – der Last­wider­stand. 

KU hängt ab vom Innen­wider­stand der Triode rА (gewöhnlich 50 bis 60 kΩ).  Ohne Belastung hat die Stufe einen Ver­stärkungs­faktor von etwa 65. 

Betrachten wir nun für beide Halb­wellen das Signal auf dem Ausgang. 

Bei Verstärkung der oberen Halb­welle kann die Anoden­spannung nicht endlos zunehmen, die Röhre sperrt.  In diesem Fall hängt das Maximum der positiven Halb­welle am Ausgang vom Ver­hält­nis RА zu RH ab, die gewöhnlich einen Spannungs­teiler bilden. 

Ohne Belastung wird die obere Halb­welle das Niveau der Betriebs­spannung 340 V erreichen.  Bei Belastung (zum Beispiel 200 kΩ) wird die obere Halb­welle nur 280 V erreichen.  Im Endeffekt haben wir ein Signal, wie es in Abb. 3 dargestellt wird (die Neigung des Gipfels der oberen Halb­welle wird durch das Umladen des Koppel­konden­sators CN bewirkt und hängt von dessen Kapazität ab). 

Fotografie von OszillogrammFotografie von Oszillogramm

Abb. 3:  Das Oszillogramm des realen Signals an der Anode (50 V / Teilung) (Oszillo­gramm und Foto: AMT-Electronics). 

Die untere Halb­welle in dieser Zeichnung ist nichts anderes als die um KU verstärkte begrenzte positive Eingangs­halbwelle.  Da die „Eingangs­diode“ der Triode die positive Halb­welle am Eingang bei 2 V begrenzt, weist die untere Halb­welle des Signals an der Anode das charakteristischen Dioden­cliping (wörtlich: diodenartige Abrundung) auf.  (In unseren Fall ist die Spannungs­verstärkung KU gleich 55, d. h. das Signal „rundet sich ab“ bei einer Anoden­spannung von 220 V (Arbeits­punkt) - 2 V ⋅ 55 = 110 V). 

Ausgangs­seitig be­grenzt die Triode nur die obere Halb­welle.  Daraus ergibt sich die Not­wendig­keit einer ausreichend hohen Anoden­spannung für diese Ver­stärker­stufe.  Wird die Ver­sorgungs­spannung der Stufe nach Abb. 2 unter 220 V verringert, so wird das Ausgangs­signal der Stufe auch ausgangs­seitig an der unteren Halb­welle (über das verstärkte Ein­gangs­cliping hinaus) beschränkt, was zur einer heftigen Ver­schlech­terung des Wohlklanges (благозвучность:  благо gut; звучность Klangfülle) der Verzerrungen führen wird.  Das ist der Grund dafür, dass die Röhre bei herab­gesetzter Anoden­spannung nicht „klingt“. 

An­merkung:  Bei herab­gesetzter Anoden­spannung gibt es immer die Möglichkeit, entweder den Wert des Anoden­wider­stands oder den Anodenstrom durch die Vergrößerung des Kathoden­wider­stands zu verringern, damit der Arbeits­punkt die „normale Lage“ von 55 …  65 % der Speise­spannung einnimmt. 

Die Triode begrenzt also jeweils nur die positive Halb­welle, am Gitter wie auch an der Anode. 

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Die Begrenzung in der Sourceschaltung mit Lastwiderstand

Der FET (es handelt sich aufgrund des Silizium-pn-Über­gangs um einen n-Kanal-FET) stellt auch eine Diode dar und begrenzt die obere Halb­welle des Eingangs­signals.  Der Level der Begrenzung bildet dabei die Summe Upn + Us, wobei Upn für den Spannungs­abfall über dem Silizium-(pn)-Über­gang und US für die Source­spannung steht. 

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Abb. 4:   Die Ver­stärker­stufe mit den Begrenzungen am Eingang und nach dem Ausgang. 

Das Problem des FET in Source­schaltung mit einem Last­wider­stand besteht darin, dass das Signal am Ausgang nicht nur an der oberen Halb­welle (wie bei der Vakuum­triode) begrenzt wird, sondern dass auch die untere Halb­welle am Ausgang begrenzt wird, bevor die Begrenzung am Eingang (durch den oben genannten pn-Über­gang) wirksam werden kann (siehe Abb. 4).  Wenn die Eingangs­diode leitend wird und so die Eingangs­spannung begrenzt wird, ist der FET bereits in der Sättigung, und der Eingangs­strom durch die Diode speist sich aus dem Strom durch den Kanal.  Dieser bildet auf der unteren Halb­welle den sogenannten inversen Ausschnitt (die unten begrenzte Halb­welle wird wieder nach oben „eingestülpt“).  Dieser Effekt kann durch Vorschalten eines Gate­wider­standes (400 kΩ–1 MΩ) abgeschwächt werden.  Aber das löst das eigent­liche Problem nicht, dass der FET das Signal bereits ausgangs­seitig begrenzt, bevor die Begrenzung durch den pn-Über­gang am Gate­ wirksam wird, so dass mit dem FET in dieser Schaltung kein Röhrenklang möglich ist.  Ein Versuch, die „untere“ Begrenzung zu verbessern, war die Kaskoden­schaltung des FETs.  Aber leider muss festgestellt werden, dass – selbst bei einer gewissen Ähn­lich­keit der Form des Ausgang­signals bei geringer Aussteuerung – bei der Über­steuerung des Eingangs auch hier dieselben Probleme auftreten.  Dieses Problem betrifft gleicher­maßen alle Ver­stärker­stufen in Source­schaltung ein­schließ­lich der µ-Schaltung (Übersetzer:  gemeint sind wohl µ-Amps).  Außerdem bietet die µ-Schaltung nicht die „obere“ Begrenzung durch den Strom, was uns eher vom Röhrenklang fortführt, als das wir uns ihm nähern.  Letztendlich sprach man sogar von FET-Sound. 

An­merkung:  Die µ-Schaltungen mit Vakuum­trioden (SRPP) klingen, nach Meinung des Autors, in der Über­steuerung aus dem­selben Grund nicht: die Be­grenzung der oberen Halb­welle ist nicht durch den (Gitter-)Strom bedingt. 

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Pseudotrioden-Verzerrung mit FETs

Zunächst wissen wir, wie sich die Signal­begrenzung in einer Röhrenstufe dar­stellt und warum eine Stufe mit FET nicht in gleicher Weise das Sig­nal be­grenzt.  Das Haupt­prob­lem besteht darin, dass der relative Pegel der eingangs­seitigen Be­grenzung beim FET wesentlich höher ist. 

Versuchen wir nun, dieses Problem zu lösen. 

  • Erstens:  Unter Berück­sichtigung des Verhältnisses zwischen Betriebs­spannung und dem eingangs­seitigem Begrenzer­einsatz (250 …  350 V  gegenüber 2 V), sollte der FET mit einer hohen Betriebs­spannung versorgt werden, was die Nutzung von Geräten mit niedriger Spannung ausschließt. 

  • Zweitens wird für die eingangs­seitige Begrenzung eine Germanium­diode oder eine Schottky-Diode benutzt und diese dem PN-Über­gang des FETs parallel­geschaltet. 

  • Drittens muss die Verstärkung so gewählt werden, dass die Begrenzung der positiven Halb­welle am Eingang, multi­pliziert mit dem Ver­stärkungs­faktor der Stufe, garantiert nicht unter der Begrenzung der negativen Halb­welle am Ausgang liegt. 

Dies geschieht am einfachsten durch einen zusätzlichen Source­wider­stand. 

Die Abbildung zeigt eine FET-Stufe, die alle diese Anforderungen erfüllt. 

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Abb. 5:  Stufe in Source­schaltung mit „Trioden“-typischer Begrenzung. 

Wenn auch die Ausführung ersten beiden Bedingungen unkritisch ist, so fordert die dritte Bedingung wegen der Parameter­streuung des FET die Berechnung der Source­widerstände R und r, ausgehend von der Ab­schnür­spannung Uco und dem Anfangs­source­strom IDSS des konkreten FETs

Im Folgenden der mathe­matische Teil, den die Ungeduldigen überspringen können.  (Zum Öffnen und Schließen klicken)

Der zu berechnende Gesamt­wider­stand im Source­kreis bestimmt die Lage des Arbeits­punkts, der sich aus der Berechnung UA = 2 / 3 ⋅ UП ergibt.  (Real verschiebt sich der Arbeits­punkt mit dem Sperrstrom der Germanium­diode um 1 …  3 V nach unten.)

\( \begin{eqnarray} R_{\sum} & = & (R + r) = \frac{U_{\textrm{S}}}{I_{\textrm{D}}} \\~\\ & = & \frac{-U_{\textrm{CO}}}{I_{\textrm{DSS}}} \left( 1 - \sqrt{\frac{I_{\textrm{D}}} {I_{\textrm{DSS}}} }\, \right) ~~\textrm{mit}~~I_{\textrm{D}}~–~Drainstrom \tag{2}\end{eqnarray} \)

Mit ID ≈ UП/(3⋅RD) (An­merkung Über­setzer:  auf dem Drain­wider­stand soll ein Drittel der Betriebs­spannung abfallen) ist der Gesamt­wider­stand im Source­kreis: 

\( \begin{equation} R_{\sum} = - \cfrac{3\left( -U_{\textrm{CO}} \right)\cdot{} R_{\textrm{D}}} {U_П} \left( 1 - \sqrt{ \cfrac{U_П} {3\cdot{} R_{\textrm{D}}\cdot{} I_{\textrm{DSS}} } }\, \right) \tag{3}\end{equation} \)

Der Koeffizient der Verstärkung der Stufe (ohne Berück­sichtigung der Steilheit des FET):

\( \begin{equation} K_{\textrm{U}} = \cfrac{R_{\textrm{D}}}{r_{\textrm{К}} + r} \tag{4}\end{equation} \)

mit rК – Kanal­wider­stand des FET entsprechend der Formel: 

\( \begin{equation} r_{\textrm{k}} = \cfrac{-U_{\textrm{CO}}} {2\cdot{} \sqrt{ I_{\textrm{DSS}}\cdot{} I_{\textrm{D}} } } \approx \cfrac{-U_{\textrm{CO}}} {2\cdot{} \sqrt{ \cfrac{U_П} {3\cdot{}R_{\textrm{D}}} \cdot{} I_{\textrm{DSS}} } } \tag{5}\end{equation} \)

Nehmen wir an, dass die maximal zulässige Amplitude der unteren Halb­welle am unbelasteten Ausgang gleich UП / 2 ist (unter Berück­sichtigung der möglichen Arbeits­punkt­ver­schiebung aufgrund des Sperrstromes der Diode D ist das eine vollkommen vernünftige Entscheidung). 

Dann sieht die dritte Bedingung mathe­matisch wie folgt aus:

\( \begin{equation} K_{\textrm{U}} × (U_{\textrm{d}} + U_{\textrm{r}}) = \cfrac{U_П}{2} \tag{6}\end{equation} \)

Unter Berück­sichtigung der Formel für die Berechnung von KU und unter Berück­sichtigung von

\( \begin{equation} U_{\textrm{r}} = I_{\textrm{D}}\cdot{}r = \cfrac{U_П\cdot{}r} {3\cdot{} R_{\textrm{D}} } \tag{7}\end{equation} \)

kommen wir zum Gleichungs­system:

\( \begin{equation} \cfrac{R_{\textrm{D}}} {r_{\textrm{К}} + r} \left( U_{\textrm{d}} + \cfrac{U_П\cdot{}r} {3\cdot{}R_{\textrm{D}}} \right) = \cfrac{U_П}{2} \tag{8} \end{equation} \)

und

\( \begin{equation} R_{{\sum}} = -U_{\textrm{CO}}\cdot{} \cfrac{3\cdot{}R_{\textrm{D}}}{U_П} \left( 1-\sqrt{ \cfrac{U_П} {3\cdot{}R_{\textrm{D}}\cdot{}I_{\textrm{DSS}}} } \right) \tag{9} \end{equation} \)

Eine Lösung dieses Systems ist:

\( \begin{equation} r = \cfrac{6}{5} \left( U_{\textrm{d}}\cdot{}\cfrac{R_{\textrm{D}}}{U_П} - \cfrac{R_{\sum}}{3} + \cfrac{r_{\textrm{К}}}{2} \right) \tag{10}\end{equation} \)

(An­merkung Über­setzer:  In diese Formel scheint ein Vor­zeichen­fehler ein­ge­schlichen zu haben:  Ver­tauscht man, wie auch im Original­artikel weiter unten in Gleichung 13, die Vor­zeichen vor R und rК, so erhält man auch positive Werte für r.) 

\( \begin{equation} r = \cfrac{6}{5} \left( U_{\textrm{d}}\cdot{}\cfrac{R_{\textrm{D}}}{U_П} + \cfrac{R_{\sum}}{3} - \cfrac{r_{\textrm{К}}}{2} \right) \tag{10a}\end{equation} \)

(Für diesen mathe­matischen Teil können wir die Berechnungen abschließen.)

Damit können wir die Werte der Widerstände im Source­kreis in vier Rechen­schritten ermitteln.  Die beiden ersten Schritte sind Hilfs­rechnungen, Schritt 3 und 4 führen zum Ergebnis. 

Der 1. Schritt.  Die Berechnung des Gesamt­source­wider­stands: 

\( \begin{equation} R_{\sum} = - U_{\textrm{CO}}\cdot{} \cfrac{3\cdot{}R_{\textrm{D}}} {U_П} \left(1 - \sqrt{ \cfrac{U_П} {3\cdot{}R_{\textrm{D}}\cdot{}I_{\textrm{DSS}}}} \right) \tag{11}\end{equation} \)

Der 2. Schritt.  Die Berechnung des Kanal­wider­stands des FET

\( \begin{equation} r_{\textrm{К}} = \cfrac{-U_{\textrm{CO}}}{2} \cdot \sqrt{ \cfrac{3\cdot{}R_{\textrm{D}} } {U_П\cdot{}I_{\textrm{DSS}} } } \tag{12}\end{equation} \)

Der 3. Schritt.  Die Berechnung des oberen Widerstands im Source­kreis: 

\( \begin{equation} r = \cfrac{6}{5} \left( U_{\textrm{d}}\cdot{}\cfrac{R_{\textrm{D}}}{U_П} + \cfrac{R_{\sum}}{3} - \cfrac{r_{\textrm{К}}}{2} \right) \tag{13}\end{equation} \)

Der 4. Schritt.  Die Berechnung des unteren Widerstands im Source­kreis: 

\( \begin{equation} R_{\textrm{S}} = R_{\sum} - r \tag{14}\end{equation} \)

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Die Diode

Eine Besonderheit der Stufe ist die Nutzung einer Diode mit geringem Spannungs­abfall in Durch­lass­richtung. 

Die ver­gleichende Analyse der Anwendung von Schottky- und Germanium­dioden hat, wegen des Klanges der Germanium­dioden, eine deutliche Über­legen­heit der Germanium­dioden gezeigt, die eine weichere Kennlinie haben. 

Dabei muss man anerkennen, dass die Experimente nicht die komplexen Eigen­schaften (die ganzen Vielfalt) der Schottky-Dioden berück­sichtigen konnten.  Es ist durchaus möglich, dass einige Metall-Halbleiter-Paare nicht schlechter als Germanium klingen werden. 

Der Diodenstrom und der Spannungs­abfall über die Diode stehen über die Ebers-Moll-Gleichung in Beziehung zueinander:

\( \begin{eqnarray} I_{\textrm{d}} & = & I_{\textrm{d,0}} \left( \exp{ \left( \frac{U_{\textrm{d}}} {U_{\textrm{T}}} \right) - 1 } \right) ~~\textrm{mit}~~ \\~\\ U_{\textrm{T}} & = & \frac{k\cdot{}T}{q} \approx 0{,}025\,\textrm{V} ~~\textrm{und}~~ \\~\\ I_{\textrm{d,0}} & - & \textrm{der Sättigungs­strom} \tag{15}\end{eqnarray} \)

Bei der Auswahl der Dioden muss man in erster Linie den Sperrstrom der Diode beachten. (Dabei nähert sich der Sperrstrom bei Vergrößerung der Gegen­spannung asymptotisch dem Sättigungs­strom). 

Von den ein­heimischen Dioden verfügen die Dioden Д18 und 1Г507А über einen kleinen Sättigungs­strom.  Die Dioden einer Serie Д9 verlangen eine sorgfältige Auswahl. 

Direkte Messungen des Sättigung­stromes sind schwierig, aber indirekt kann man die Größe dieses Stromes über die Messung des Widerstands der Diode in Sperr­richtung beurteilen:

\( \begin{equation} I_{\textrm{d,0}} \approx \cfrac{U_Ω}{R_{\textrm{d}-}} \tag{16}\end{equation} \)

mit UΩ als der Spannung über einem Ohm­meter.  (Die Diode wird in Sperr­richtung mit einem Ohm­meter gemessen, parallel dazu wird über ein Voltmeter die Spannung gemessen, die gewöhnlich bei 0,3 bis 0,5 V liegt.)

An­merkung:  Bei der Auswahl der Dioden wird empfohlen, nur Exemplare mit einem „Sperr­wider­stand“ von mehr als 500 kΩ zu verwenden. 

Für den Strom durch die Diode zur Zeit der maximalen Begrenzung kann man vor­aussicht­lich annehmen:

\( \begin{equation} I_{\textrm{d}} \approx \cfrac{U_П}{4\cdot{}R_{\textrm{G}}} \tag{17}\end{equation} \)

Unter Berück­sichtigung der nach­folgenden Logarith­mierung und einiger Abweichungen vom Ideal, wie sie in ver­schiedenem Umfang allen pn-Über­gängen eigen sind, sind solche Ein­schätzungen auch bei der ungefähren Berechnung vollkommen zulässig. 

In dieser Weise hängt der Spannungs­abfall über der Diode von der Größe des hinzu­gefügten Gate­wider­stands RG ab und wird, bei einer gegebenen Betriebs­spannung UП, für einige Diode mit bekannten Sperr­wider­stand Rd− in etwa mit der Formel

\( \begin{equation} U_{\textrm{d}}\,[\textrm{V}] \approx \cfrac{1}{40}\cdot{} \ln{ \left( U_П\,[\textrm{V}]\cdot{} \cfrac{R_{\textrm{d}-}} {R_{\textrm{G}}} \right) } \tag{18}\end{equation} \)

beschrieben.

An­merkung Über­setzer:  (Öffnen und Schließen mit Mausklick)

Der obigen Gleichung 18 wurden Ver­weise auf die Ein­heit der Spannung bei­ge­fügt – aus einer Spannung lässt sich kein Lo­ga­rith­mus ab­leiten. 

Ein wenig plausibler scheint die Gleichung: 

\( \begin{eqnarray} U_{\textrm{d}} & \approx & U_{\textrm{T}} \cdot{} \ln{ \left( \frac{U_П} {4\cdot{}R_{\textrm{G}}\cdot{}I_{\textrm{d,0}}} \right) } \tag{18.a}\end{eqnarray} \)

bzw., wenn man für UT mit 25 mV der Ein­fach­heit halber 1 / 40 V setzt:

\( \begin{eqnarray} U_{\textrm{d}}\,[\textrm{V}] & \approx & \frac{1}{40}\cdot{} \ln{ \left( \frac{U_П} {4\cdot{}R_{\textrm{G}}\cdot{}I_{\textrm{d,0}}} \right) } \\~\\ && \textrm{mit:}~~ U_{\textrm{T}}\,[V] = 0{,}025\,\textrm{V} = \frac{1\,{\textrm{V}}}{40} \tag{18.b}\end{eqnarray} \)

Diese Gleichung lässt sich wie folgt her­leiten: 

\( \begin{eqnarray} I_{\textrm{d}} & = & I_{\textrm{d,0}} \left( \exp{ \left( \frac{U_{\textrm{d}}}{U_{\textrm{T}}} \right) - 1 } \right) \\~\\ \frac{I_{\textrm{d}}+I_{\textrm{d,0}}} {I_{\textrm{d,0}}} & = & \exp{ \left( \frac{U_{\textrm{d}}}{U_{\textrm{T}}} \right) } \\~\\ U_{\textrm{d}} & = & U_{\textrm{T}} \cdot{} \ln{ \left( \frac{I_{\textrm{d}}} {I_{\textrm{d,0}}} + 1 \right) } \\~\\ & \approx & U_{\textrm{T}} \cdot{} \ln{ \left( \frac{I_{\textrm{d}}} {I_{\textrm{d,0}}} \right) } \tag{18.c}\end{eqnarray} \)

Zu­sammen mit Gleichung 17 ergibt sich dann: 

\( \begin{eqnarray} U_{\textrm{d}} & \approx & U_{\textrm{T}} \cdot{} \ln{ \left( \frac{U_П} {4\cdot{}R_{\textrm{G}}\cdot{}I_{\textrm{d,0}}} \right) } \tag{18.d}\end{eqnarray} \)

Wenn man jetzt aller­dings an­nimmt, dass die am Ohm­meter ge­messene Spannung UΩ etwa gleich 250 mV ist (was in etwa so belastbar ist wie die Annahme, dass Id in etwa gleich UП / 4 ⋅ RG ist), dann wird die etwas merk­würdige Gleichung 18 plau­sibel:

\( \begin{eqnarray} U_{\textrm{d}} & \approx & U_{\textrm{T}} \cdot{} \ln{ \left( \frac{U_П} {4\cdot{}R_{\textrm{G}}\cdot{}I_{\textrm{d,0}}} \right) } \\~\\ & \approx & U_{\textrm{T}} \cdot{} \ln{ \left( \frac{U_П} {4\cdot{}R_{\textrm{G}}} \cdot{} \frac{1} {I_{\textrm{d,0}}} \right) } \tag{18.e}\end{eqnarray} \)

Mit Gleichung 16 ergibt sich: 

\( \begin{eqnarray} U_{\textrm{d}} & \approx & U_{\textrm{T}} \cdot{} \ln{ \left( \frac{U_П} {4\cdot{}R_{\textrm{G}}} \cdot{} \frac{R_{\textrm{d-}}} {U_{\textrm{Ω}}} \right) } \\~\\ & \approx & U_{\textrm{T}} \cdot{} \ln{ \left( \frac{U_П} {4\cdot{}R_{\textrm{G}}} \cdot{} \frac{R_{\textrm{d-}}} {0{,}25\,{\textrm{V}}} \right) } \\~\\ & \approx & U_{\textrm{T}} \cdot{} \ln{\left( \frac{U_П} {4\cdot{}0{,}25\,{\textrm{V}}} \cdot{} \frac{R_{\textrm{d-}}} {R_{\textrm{G}}} \right) } \\~\\ U_{\textrm{d}} & \approx & U_{\textrm{T}} \cdot{} \ln{\left( U_П\,[\textrm{V}] \cdot{} \frac{R_{\textrm{d-}}} {R_{\textrm{G}}} \right) } \tag{18.f}\end{eqnarray} \)

Für eine „Faust­formel“ zur Be­stimmung der un­ge­fähren Dio­den­spannung ist das tat­säch­lich genau genug – eine Ab­weichung von 30 % bis 40 Prozent der „Ohm­meter­spannung“ UΩ würde sich mit dem Lo­ga­rith­mus der Ab­weichung, multi­pli­ziert mit 25 mV, im Er­geb­nis aus­wirken. 

Soweit die An­merkung des Über­setzers. 

Eine gute Alternative zur Germanium­diode sind Germanium-HF-Tran­sis­toren in Dioden­schaltung (der Kollektor ist mit der Basis verbunden, siehe Abb. 6): П416, П417, П422, ГТ309, ГТ322, ГТ346 u.a. 

SchaltplanSchaltplan

Abb. 6:  Der pnp-Transistor in Dioden­schaltung. 

Für bipolare Transistoren in Dioden­schaltung ergibt sich für den Spannungs­abfall ungefähr:

\( \begin{eqnarray} U_{\textrm{d}}\,[\textrm{V}] & \approx & \frac{1}{40}\cdot{} \ln{ \left( U_П\,[\textrm{V}]\cdot{} \cfrac{R_{\textrm{d}-}} {\beta\cdot{}R_{\textrm{G}}} \right) } \tag{19}\end{eqnarray} \)

An­merkung Über­setzer:  (Öffnen und Schließen mit Mausklick)

Hier würde sich obige Gleichung 19 entsprechend verändern zu: 

\( \begin{eqnarray} U_{\textrm{d}} & \approx & U_{\textrm{T}} \cdot{} \ln{ \left( \frac{U_П} {4\cdot{} R_{\textrm{G}}\cdot{} I_{\textrm{d,0}}\cdot{} β } \right) } \\~\\ & \approx & U_{\textrm{T}} \cdot{} \ln{ \left( \frac{U_П} {4\cdot{} R_{\textrm{G}}\cdot{} I_{\textrm{d,0}} } \right) } - U_{\textrm{T}} \cdot{} \ln{\left(β\right)} \tag{19.a}\end{eqnarray} \)

Für die Germanium-HF-Transistoren kann bei den kleinen Strömen und Kollektor-Emitter-Spannungen β mit 10 angenommen werden. 

Im Falle eines Germanium­transistors in Dioden­schaltung entsteht gewöhnlich ein Spannungs­abfall von 0,07 …  0,1 V; mit gewöhnlichen Germanium­dioden – 0,1 …  0,15 V. 

An­merkung:  Meistens kann man für die Berechnungen von Ud gleiche Werte von 0,1 Volt annehmen (sowohl für die Germanium­dioden, als auch für Germanium­transistoren)

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JFET-basierter ENGL-Bogner

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Als „Versuchs­kaninchen“ wurde die Preamp-Schaltung „Engl-Mod2“ von Aznaur Gishyan (http://www.azg.spb.ru/azgschemes/azg-engl-mod2.gif) ausgewählt. 

An­merkung des Über­setzers:  Da die Schaltung des Röhren­ver­stär­kers unter der an­ge­ge­benen Adresse nicht mehr zu finden war, wurde ein auf der Seite guitar-gear.ru ge­fundener Schalt­plan nach­ge­zeich­net – be­schränkt auf den LEAD-Kanal. 

SchaltplanSchaltplan

Abb. 7a:  Schaltung der Vor­stufe des von Aznaur Gishyan modi­fi­zierten ENGL-Verstärkers – die rot-gestrichelt ge­zeichneten Bau­elemente dienen ledig­lich der Kanal­um­schal­tung im Röhren­verstärker, die blau gezeichneten wurden in der JFET-Adap­tion verändert. 

In einer eigenen Anpassung (wört­lich: „подгонка под себя“ – Anpassung an / unter sich (selbst)) wurde der Anteil der tiefen Frequenzen erhöht, indem dem Koppel­konden­sator nach der ersten Stufe ein Widerstand 1,2 MΩ parallel­geschaltet wurde; die Kombination 1,5 nF / 220 kΩ vor der dritten Stufe wurde entfernt.  Die Größe der Konden­satoren in der (ausgangs­seitigen) Klang­regelung wurde von 47 nF auf 22 nF reduziert. 

An­merkungen Über­setzer:  In der weiter unten in Abb. 7 dar­ge­stellten Schaltung der JFET-Adap­tion zeigt sich, dass die Ab­senkung der Bässe nach der ersten Stufe noch weiter ver­ändert wurde. 

In Röhren­ver­stärker­schaltung „sieht“ der kleine Koppel­konden­sator von 1 nF eine Schaltung um den Gain­regler mit einem Wider­stand von 160 kΩ bis 160 kΩ, in der JFET-Adap­tion hin­gegen nur den Gain­regler mit einem Wider­stand von 100 kΩ.  Die Ka­pa­zi­tät dieses Konden­sators C3 wurde so auf 2 nF erhöht und ihm wurde ein Wider­stand R5 = 680 kΩ parallel­ge­schaltet. 

Weiter­hin sind in der ge­fundenen Röhren­ver­stärker­schaltung die beiden Konden­satoren 47 nF im Tone­stack bereits durch Konden­satoren 22 nF er­setzt worden. 

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Formierung des Amplitudengangs

Werden mehrere mit FETs realisierte Röhrenstufen hinter­ein­ander­geschaltet, muss bei der Berechnung des Amplituden­gangs beachtet werden, dass dieser auch durch das Ver­hältnis von Kathoden­wider­stand und -konden­sator be­ein­flusst wird. 

Dabei gibt es zwei sinnvolle Ansätze. 

Im ersten Ansatz werden „Breit­band“-Stufen mit einer großen Quer­ka­pa­zi­tät an der Source verwendet.  In diesem Fall wird der gesamte Frequenz­gang durch die Beschaltung zwischen den Stufen realisiert.  Die zweite Mög­lich­keit besteht darin, die Werte der Konden­satoren nach denen der Source­-Widerständen zu berechnen.  Dabei garantiert der zweite Weg nicht die vollständige Umsetzung des gewünschten Frequenz­gangs; da wir es hier mit zwei Source­widerständen zu tun haben.  So ist es praktischer, „Breit­band“-Stufen zu verwenden und den gewünschten Frequenz­gang zwischen den Stufen zu bilden. 

Um den Amplituden­gang bei Übertragung der einzelnen Stufen der Kette von der Röhren­schaltung zur FET-Variante re­pro­du­zieren zu können, ist es not­wendig die unter­schiedlichen Ausgangs­impedanzen von Trioden- und JFET-Stufen zu berück­sichtigen.  Für die 12AX7 ist die Ausgangs­impedanz einer Röhren­stufe ungefähr 3–5 mal geringer ist als der Anoden­wider­stand und liegt bei etwa 30 …  45 kΩ.  Bei den FET-Stufen ist der Ausgangs­wider­stand gleich dem Drain­wider­stand.  Auch hier kann man zwei ver­schiedene Wege gehen.  Der erste Weg – den von der 12AX7 be­kannte Ausgangs­impedanz (33 kΩ) als Drain­wider­stand zu über­nehmen.  In diesem Fall werden die Frequenz­gangveränderungen zwischen den Stufen unverändert in die FET-Version übernommen.  Aller­dings wird bei der Be­grenzung der oberen Halb­welle am Drain­ das Ver­hält­nis zwischen Last­wider­stand und Koppel­konden­sator verändert, was zu einem anderen Klirr­spektrum führt.  Außerdem sollte, bei einer Betriebs­spannung von 30 Volt, der Drain­strom des FET mindestens 1 mA betragen. 

Die zweite Möglichkeit besteht darin, Drain­widerstände mit demselben Nennwert wie in der Röhren­schaltung zu verwenden, was zu einer Begrenzung der oberen Halb­welle ähnlich der in der Röhren­schaltung führt.  Dann aber ist es notwendig, die Werte der Widerstände zwischen den Stufen an die unter­schiedlichen Impedanzen von FET- und der Röhrenstufe anzupassen. 

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Auswahl der Verstärker der Stufen

Da die Röhre mit Spannungen in der Größen­ordnung von 300 V und die FET-Schaltungen mit Spannungen von 30 V betrieben werden, sollte die Gesamt­verstärkung der FET-Schaltung 10-mal kleiner sein, um denselben Grad der Begrenzung / Verzerrung zu erreichen.  Angesichts der Tatsache, dass die Röhren­vorstufen in der 1. Stufe ohne Begrenzung arbeitet, und die zweite bei einem Signal am Eingang des Vor­verstärker von über 50 mV zu begrenzen beginnt, ist es für die FET-Schaltungen ratsam, wenn die erste Stufe mit einer Verstärkung von 10, und die folgenden mit einer Verstärkung von 20 arbeiten, so dass sich am Ausgang etwa die gleiche Verzerrung ergibt wie in den beiden her­kömm­lichen Röhrenstufen. 

Weil dabei die Eingangs­stufe ohne Begrenzung arbeitet, kann sie in Source­schaltung mit einem (frei wählbaren) Last­wider­stand und ohne Begrenzung durch eine Germanium­diode realisiert werden, wobei ein FET mit einer Ab­schnür­spannung von etwa 2 …  2,5 Volt verwendet wird.  Die maximal mögliche Verstärkung der „Pseudotriode“-FET-Stufe kann etwa aus dem Verhältnis von der Ver­sorgungs­spannung und der Ab­schnür­spannung der verwendeten FETs abgeschätzt werden:

\( \begin{equation} K_{\textrm{U,max}} \approx \cfrac{U_П}{U_{\textrm{CO}}} \tag{20}\end{equation} \)

Für eine Verzerrung am Ausgang gleich der bei den Röhren­schaltungen müssen die dritte und vierte Stufe die gleiche Verstärkung haben.  Bei einer Ver­sorgungs­spannung von 30 V ist nur möglich, wenn FETs mit einer Ab­schnür­spannung von 0,4 …  0,5 Volt verwendet werden.  Von inländischen FETs hat bei­spiels­weise der КПС104A (KPS104A – ein Doppel-FET) diese Ab­schnür­spannung.  Ein Doppel-FET hat noch ein weiteres „Plus“: die Möglichkeit, dass die Messung nur eines FET zur weiteren Berechnung zweier Stufen genügt.  Aber möglich ist auch die Verwendung von diskreten FETs

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Schaltung des Highgain-Preamps (Lead-Kanal)

SchaltplanSchaltplan

Abb. 7:  Schaltung des High­gain-JFET-Preamps (Lead-Kanal).  (Die oben im Original­artikel aus­ge­wiesene Quell­seite von Schalt­plan und Zeich­nung ist nicht mehr er­reich­bar – der Schalt­plan wurde für diese Seite nachgezeichnet.

  1. Die Rest­wellig­keit der Spannungs­versorgung sollte weniger als 1 mV betragen. 

  2. Die Wider­stands­paare R2/R3R9/R10R15/R16  und R21 / R22 sind für konkrete Exemplare der FETs berechnet.  Um die Berechnungen zu erleichtern, können Sie die beigefügte EXCEL-Datei nutzen. 

  3. Die Schaltung ist nicht endgültig und wird überarbeitet.  Hier wird sie als Beispiel für die „Über­setzung“ einer Röhren­schaltung in eine JFET-Schaltung vorgestellt

Der Wert des Widerstand R12 wurde auf 270 kΩ reduziert und damit die Unter­schiede in den Ausgangs­wider­stände der zweiten Stufen der Trioden- und der FET-Schaltung ausgeglichen, um den Amplituden­gang (von der Röhren­schaltung zur FET-Schaltung) zu übernehmen.  Der Drain­wider­stand der dritten Stufe wurde auf 100 kΩ reduziert.  Dabei blieb der Wert von C9 wie in der ur­sprüng­lichen Röhren­schaltung gleich 1 nF.  Die letzte FET-Stufe besitzt eine Ausgangs­impedanz von 100 kΩ (35 kΩ im ur­sprüng­lichen Gerät) und unter­scheidet sich so ein einigen Nuancen.  Erstens hat die FET-Schaltung eine stärkere Wiedergabe der niedrigen Frequenzen von etwa 1–2 dB.  Zweitens steuert die Stufe ein Tonestack mit geringerer Impedanz an, so dass die Verstärkung der Stufe ca. 6 dB kleiner als beim Original ist.  Besteht der Wunsch, diese 6 dB aus­zu­gleichen, so kann R21 reduziert werden (bei gleich­zeitiger Erhöhung von R22). 

Der originale Röhren­verstärker und die FET-Version klingen ein wenig unter­schiedlich, und das ist noch hörbar.  Der Autor hat nicht versucht, absolute Identität zu erreichen – die ver­wen­de­ten Wider­stände haben eine Toleranz von 10 % und Konden­satoren von 20 %.  Außerdem tragen die unter­schied­lichen Ausgangs-Strom-Spannungs-Kennlinien von Trioden und FETs zum unter­schiedlichen Klang bei.  Sie können Ihre eigenen Schlüsse über die „Ähn­lich­keit“ des Klanges ziehen, indem Sie sich das verlinkte Sound­beispiel anhören.  Es enthält zwei identischen Aufnahmen, gespielt auf dem gleichen Instrument, in der gleichen relativen Verstärkung, mit gleich eingestellten Klangreglern und über die gleiche Box gespielt (der gesampelte Sound, 331 KB)

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Fazit

Es ist wohl kaum zu erwarten, dass ver­gleich­bare Studien nur durch den Autor des Artikels durchgeführt wurden.  Es sind einige Studien bekannt, in denen bereits versucht wurde, Fragen der FET-Emulation einer Trioden­verzerrung durch Transistoren zu lösen.  Die US-Patente Nr. 05 647 004 und Nr. 05 619 578 können hier als Beispiel dienen.  (An­merkung Über­setzer:  Es handelt sich um Patente der US-amerikanischen Firma Peavey, die als Transtube-Technologie bekannt wurden.)  Die Autoren der Patente sind auch zu dem Schluss gekommen, dass die Begrenzung der positiven Halb­welle am Eingang und die Senkung der Verstärkung der Röhrenstufe durch Einfügung eines zusätzlichen Widerstands im Source­zweig möglich sind.  Aber gleichzeitig ist zu beachten, dass das Verfahren zum Begrenzen des Eingangs­signals, wie im genannten Patent vor­geschlagen, keine Stabilität der Höhe der Begrenzung am Eingang gegenüber Temperatur­schwankungen gewähr­leistet, was zu sehr signifikanten Änderungen in der Amplitude des Ausgangs­signals und dement­sprechend zu einer spürbaren un­vorteil­haften Veränderung des Spektrums führen kann.  In unserem Fall wird das eingangs­seitige Cliping­-Level durch die Summe der „stabilen“ Gate­-Source­-Spannung des FETs und des Spannungs­abfalls über dem pn-Über­gang der Germanium­diode bestimmt, sodass sich die Abhängigkeit des Cliping-Levels von Temperatur­schwankungen fast um Größen­ordnungen verringert.  Darüber hinaus ist das Prinzip, das Cliping-Level aus der Gate­-Source­-Spannung und einer Diode mit einem niedrigen Spannungs­abfall abzuleiten, stärker in Über­ein­stimmung mit den Prozessen, wie sie bei der einfachen Begrenzung der positiven Halb­welle mit an einer Vakuum­triode „vor Ort“ und in Echtzeit ablaufen. 


Abschließend möchte ich allen danken, die mich unterstützt, bei der Suche geholfen und Ideen diskutiert haben.  Ein besonderer Dank geht an Sergey Lausanne für die Durchführung der Patentsuche, für die HTML-Version dieses Artikels und für die redaktionelle Unter­stützung und Igor Shaev für die freundliche Bereit­stellung der Möglichkeit, einen Artikel auf dieser Seite zu veröffent­lichen. 

Виктор Кемпф (Viktor Kempf, AMT-Electronics) im Jahre 2006. 


Zu der russisch­sprachigen Original­veröffent­lichung als PDFhttp://www.sugardas.lt/~igoramps/article68/triode_jfet_emulation.pdf